Charity-Schnee­wandern am Polar­kreis

Vier Männer, ein Ziel: Aufmerksamkeit für den guten Zweck

BERICHTE AUS DEM TIEFSTEN SCHNEE IN FINNLAND

Vier Männer, zwei Ziele: Aufmerksamkeit für die Hilfsaktionen des Vereins „Sportler 4 a Childrens world“ generieren und der Herausforderung der Kälte entgegenzutreten. Spendenläufer John McGurk, Geschäftsführer Mark Rauschen (L&T), sein Bruder Tim Rauschen und Sven Kösters wagen sich zum guten Zweck an die 70 km lange Wanderung durch das finnische Eis am Polarkreis. Eine Abenteuerreise, die sechs Tage dauern und viele Herausforderungen mit sich bringen wird. Die vier Teilnehmer melden sich täglich mit neuen Erfahrungen und Berichten aus der Kälte und wir halten Euch dementsprechend auf dem Laufenden!

NICHT ZU FRIEREN, DAS IST HIER DIE KUNST

Um einen solchen Lauf zu bewältigen, bedarf es einer besonderen Vorbereitung und einer guten Ausrüstung. In Finnland herrschen derzeit Temperaturen von -4 bis 5 Grad. Zumindest die gefürchteten Temperaturen von bis zu – 40 Grad wird es laut Wetterbericht in den kommenden Wochen nicht geben. Dennoch gilt es, den Körper vor Frost und Kälte zu schützen. Denn die Abenteurer schlafen nachts im Zelt – natürlich ohne Heizung. Zusätzlich ist es wichtig den Körper vor einer Überanstrengung zu schützen. Um dem entgegenzuwirken, haben sich die Teilnehmer im L&T City Gym in der Höhe von circa 2500 Metern vorbereitet. Dazu kommt nun noch die Ausrüstung, die den Körper vor der Kälte und Feuchtigkeit schützt. Um für alles gewappnet zu sein, wurden John McGurk und Sven Kösters durch die Outdoor-Abteilung im dritten Obergeschoss des Sporthauses ausgestattet. Dazu gehören funktionelle Unterbekleidung, Handschuhe, Mützen, Jacken und Hosen sowie weitere Gadgets. Natürlich standen dabei besonders funktionale Marken wie Mammut, Petzl und Falke im Fokus.

Gruppenfoto von Mark Rauschen (Geschäftsführer L&T), John Mc Gurk, Sven Kösters & Tim Rauschen
Flugzeug im Helsinki Airport

DIE REISE GEHT LOS

Ab ins Flugzeug und von Düsseldorf aus los in die Heimat des Weihnachtmannes: Rovenimi. Der Flug in den Norden Finnlands ist der Preis, der für die Aufmerksamkeit gezahlt werden müsse, so die Teilnehmer. Aus Klimaschutz-Gründen verzichtete die Truppe bereits auf ein Vortreffen, das eigentlich zur Reise dazugehört. In Finnland angekommen geht die Sonne gerade auf und zaubert eine wunderschöne Atmosphäre auf den Flugplatz. Mit Aufgehen der Sonne blüht den vier Osnabrückern langsam, dass sie endlich angekommen sind und die schweißtreibende Tour bereits in einem Tag losgeht. Doch erstmal haben die vier Zeit, sich auf das Klima und die neue Umgebung einzustellen. Am morgigen Tag beginnt der Abenteuerbericht davon, mit jedem kleinen Schritt die Welt zu verändern.

Überall Schnee

In Finnland angekommen ist alles in weißen, glitzernden Schnee gehüllt und stimmt bereits auf das Wetter in den nächsten Tagen ein. Und auch hier wird direkt klar: Nicht umsonst gilt dieser Ort als Heimat des Weihnachtsmannes. Selbst Ende Januar hängt die funkelnde Weihnachtsdekoration noch und überall stehen Tannenbäume. In Deutschland dagegen wird die Dekoration schon schnell nach Silvester wieder in den Kisten verstaut und dort bis zum nächsten Jahr aufbewahrt.

EIN BISSCHEN SPASS MUSS SEIN

Die Finnen sind ein spaßiges Volk. Das lässt sich zum Beispiel schon an den Wortverwendungen erkennen. Das finnische Wort „KALSARIKÄNNIT“ bedeutet „sich alleine zu Hause in Unterhosen betrinken“. Irgendwie beneidenswert mit solch einer Selbstironie an die Worterfindung heranzugehen oder? Da lässt es sich der Erste auch nicht nehmen, direkt auf den Zug des finnischen Spaßes aufzuspringen und leckt genüsslich am Eisblock. Und wer jetzt wissen möchte, wie lange seine Zunge daran kleben blieb, der sollte Morgen nochmal vorbei schauen. Dann berichten wir von dem ersten Tag der Tour!

SAFETY FIRST

Die Sicherheit der Teilnehmer steht an erster Stelle, um Unfälle und Unglücke zu verhindern. Um dies zu gewährleisten, müssen die vier Osnabrücker an einem „Safety-Treffen“ teilnehmen. Um nicht gänzlich unvorbereitet in die Wildnis zu starten, werden bei dem Treffen nicht nur Sicherheitsanweisungen gegeben, sondern auch Notfälle thematisiert. Auf dem Tisch liegen Notfall- und Erste-Hilfe-Packs bereit und lassen vermuten, dass es nun wichtig ist zuzuhören und mit einer gewissen Ernsthaftigkeit an die eigene Sicherheit zu denken. Die Tour wird kein Spaziergang.

Mark Rauschen in Helsinki vor dem Charity-Schneewandern.
Fotocollage mit John Mc Gurk, Sven Köster, Mark Rauschen und Tim Rauschen während der Charity-Schneewanderung.

TAG 1

Voller Motivation startet die Gruppe um 06.20 Uhr in den Tag. Noch ein kräftigendes Frühstück um 07.00 Uhr und um 08.00 Uhr wurde es dann ernst. Es geht durch eine wunderschöne Winterlandschaft und auch die Wasserflasche gefriert binnen weniger Sekunden zu Eis. Es ist kalt, doch einen Vorteil hat die Kälte und der Schnee: das Gepäck kann auf einem Schlitten befestigt und so rückenschonend transportiert werden.

Um 11.00 Uhr Morgens passierte die Gruppe der Abenteuerlustigen den Polarkreis. Um das Tagesziel zu erreichen ging es in einem strammen Fußmarsch weiter. Um die Kräfte nicht zu verlieren, gab es zum Mittag eine Suppe aus dem Becher.

Um 11.00 Uhr Morgens passierte die Gruppe der Abenteuerlustigen den Polarkreis. Um das Tagesziel zu erreichen ging es in einem strammen Fußmarsch weiter. Um die Kräfte nicht zu verlieren, gab es zum Mittag eine Suppe aus dem Becher.

Fotocollage mit John Mc Gurk, Sven Köster, Mark Rauschen und Tim Rauschen während der Charity-Schneewanderung.
Die Nacht bricht ein - Fotocollage vom Charity-Schneewandern

DIE NACHT BRICHT EIN…

In Finnland geht zu dieser Zeit bereits um 15.00 Uhr die Sonne unter. Daher hieß es ab 16.00 Uhr: Stirnlampe an, um Stolperfallen zu umgehen. Die letzten 10 km kämpften sie sich so durch die Dunkelheit, bis es hieß: Vorbereitungen für die Nacht treffen. Es wurde ein Lagerfeuer errichtet um sich zu erwärmen, Zelte aufgeschlagen und die Finnen bauten sich tatsächlich ein waschechtes Iglu. Die Finnen sind der Meinung, dass es dort wärmer ist als in einem Zelt. Doch unsere Osnabrücker Truppe sagt dazu nur: „Das Zelt muss man nur aufbauen und nicht neu-erbauen“. Da hoffen wir mal, dass die vier in ihren Zelten nicht gefroren haben.

TAG 2

Nachrichten zu schreiben ist aufgrund der Kälte mittlerweile nicht mehr möglich. Daher haben wir die Wander-Truppe anrufen. Dies stellte zum Glück keinerlei Problem dar, da der Handyempfang in Finnland super ist – ein Unterschied zu so mancher Gegend in Deutschland. Die Reisenden berichteten, dass es auch an diesem Tag bereits im Dunkeln losging, da die Sonne erst um 10 Uhr aufging.

WIE FÜHLT MAN SICH AM ZWEITEN TAG EINER SOLCHEN TOUR?

Die Wandergruppe besteht insgesamt aus zwölf Personen, die für den guten Zweck dabei sind plus einiger Tourguides, die für die Sicherheit sorgen. Die Gruppe der 12 Teilnehmer ist bunt gemischt. Natürlich sind einige Sportler dabei, wie John McGurk, der an solchen anstrengenden Trips sehr häufig teilnimmt. Doch es sind auch einige dabei, die dies zum ersten Mal machen. Natürlich ist es nicht nur körperlich sehr anstrengend, sondern auch psychisch. Viele der Teilnehmenden sind am Rande ihrer Kräfte, kämpfen sich jedoch für den guten Zweck weiter durch. Die finnischen Begleiter der Tour sorgen dafür, die Personen immer wieder aufzubauen, die dem Rande der Erschöpfung sehr nah sind. Da sind die vier Osnabrücker mehr als froh, dass sie sich im City Gym gut vorbereitet haben. Doch trotzdem: Auch bei den Vieren bleiben Kurzatmigkeit, Muskelschmerz und Erschöpfung nicht aus. Und auch die leichten Schmerzmittel reichen irgendwann nicht mehr aus um die schmerzenden Beine auszublenden.

DIE GRUPPENDYNAMIK FÜHRT ZUM ZIEL.

Die finnischen Begleiter ziehen die Teilnehmer, die kaum noch laufen können, mit hoch und stützen sie auf dem Weg. Doch allen ist klar: Egal wie anstrengend und schwierig der Weg auch sein mag, aufgeben ist für niemanden eine Option. Immer wieder raufen sie sich durch Ehrgeiz wieder hoch, um auch den restlichen Weg für die Kinder in Not zu gehen.

Die Gruppe ist langsam aber sicher außer Kraft. Zu sehen sind die Teilnehmer der Charity-Schneewanderung während der Wanderung im Schnee.
Fotocollage mit John Mc Gurk, Sven Köster, Mark Rauschen und Tim Rauschen während der Charity-Schneewanderung.

TAG 3

DIE AUSRÜSTUNG IST ALLES

Gerade am dritten Tag merken die vier, wie wichtig gute Funktionskleidung ist. Es fing an zu Schneien und alle Gespräche wurden so im Keim erstickt. Der kalte Wind zog in jeden Spalt und der Schnee durchnässte schon schnell die Kleidung der meisten. Der Weg vor ihnen erschien immer länger und ziellos. Selbst John McGurk, der sonst fröhlich vor sich her summte, verstummte in diesem Moment. Die vier waren froh, dass sie sich bei der Funktionskleidung beraten ließen und die Kleidung so die passende Größe, Länge und praktische Funktionen aufwies. Andere Teilnehmer der Tour hatten mit durchnässten Handschuhen oder Kleidung zu kämpfen. Und auch die Strecke brachte am dritten Tag so manche Tücken und Herausforderungen mit sich. Die Tour führte kilometerweit über einen zugefrorenen Fluss. Es war rutschig, die Gliedmaßen schmerzen und es schneite, sodass die Sichtweite immer geringer wurde.

DAS ESSEN

Natürlich ist es bei einer solch anstrengenden Tour wichtig, sich zu stärken. Jedoch lässt sich nicht alles mitnehmen und bei der Kälte kann auch nicht alles gegessen werden. Es gibt immer etwas zu essen, das sich leicht mit dem Löffel aufnehmen lässt. Alles andere ist aufgrund der dicken Handschuhe sehr schwierig. Zum Frühstück gibt es ein nahrhaftes Porridge und zu trinken einen löslichen Kaffee. Zum Mittag eine Suppe aus der Tasse und zum Abendbrot ein Curry.

Hier ist das Lagerfeuer zu sehen, auf dem sich die Teilnehmer der Charity-Schneewanderung ihr Essen zubereiten.
Fotocollage der Charity-Schneewanderung bei Nacht.

DIE NÄCHTE IM ZELT

Die Zelte, in denen die vier schlafen, sind 3 Quadratmeter klein und werden zu zweit genutzt. Da wird es schnell eng: in den frühen Morgenstunden kann sich so immer nur einer anziehen während der andere stillliegen muss um keinen Patz wegzunehmen. Und auch die Nächte bringen keinen Komfort mit sich. Aufsetzen ist nicht möglich, ohne mit dem Kopf an die schweißnasse Decke des Zeltes zu stoßen. Streckt man den Kopf jedoch raus, so wird dies sofort zu kalt.

DER OSNABRÜCKER ÜBERLEBENSTIPP IN DER VERSCHNEITEN WILDNIS

Die vier Teilnehmer haben schon nach der ersten Nacht eine sehr wichtige Lektion gelernt: Lasse niemals deine Stiefel des Nachts in der Kälte stehen. Denn es ist mehr als unangenehm im Morgen in die -15 Grad-kalten Stiefel zu steigen. Daher lautet der Überlebenstipp: Stiefel mit in den Schlafsack nehmen und so nachts an der Körperwärme warmhalten. Trotzdem sind sich die vier sicher: es ist eine wichtige Erfahrung, die einem im Gedächtnis bleibt, und die zeigt, wie gut man es eigentlich in dem eigenen Heim hat.

Polarlichter im „transparenten“ Hotel

Die vier Wanderer haben noch einen weiten Weg vor sich, doch dann kommen sie endlich im Hotel an. Sie schlafen in der dritten Nacht in einem Arktis Snow Hotel, das Iglus aus Glas als Zimmer bietet. So lässt sich die Natur und die verschneite Landschaft immer noch gut erkennen und vor allem in dieser Nacht wird dies sehr wichtig sein. Laut den Tourguides gibt es in dieser Nacht um 11 Uhr die Chance Polarlichter zu sehen. Wir sind gespannt, ob es wirklich so weit kommt! Mehr dazu gibt es dann Morgen.

Ein Teilnehmer der Gruppe begutachtet im Dunkeln das Zeit mithilfe einer Stirnlampe.
John Mc Gurk und Sven Kösters während der Charity-Schneewanderung.

ES IST GESCHAFFT!

Im Hotel angekommen ist die gesamte Truppe froh wieder eine heiße Dusche und den Komfort eines warmen Bettes genießen zu können. In den letzten drei Tagen wurden über 100.000 Schritte und 70 Kilometer zurückgelegt. Das große Ziel der Reise wurde erreicht und so sind alle am Abend müde ins Bett gefallen. Doch vor dem wohlverdienten Schlaf galt es noch einmal aus dem Hotelfenster zu schauen: Es waren Polarlichter zu sehen. Zwar waren die Lichter nur ganz leicht zu erkennen, aber trotzdem bot dies ein Anblick, der bei den Teilnehmern nicht schnell in Vergessenheit geraten wird. Insgesamt wird diese besondere Tour in die Arktis den vier Osnabrückern für immer eine bleibende Erinnerung und Erfahrung bleiben, die sie daran erinnert wie gut man es in der eigenen Heimat hat.

Insgesamt wurden durch die Tour 100.000 Euro Spenden gesammelt, die Kindern in Not in und rund um Schottland zu Gute kommen werden. Ein Ergebnis, auf das alle Teilnehmer stolz sein können.

EINE BESSERE WELT FÜR KINDER

So lautet das Leitbild von Sportler 4 a childrens world e.V.. Der Verein „Sportler 4 a childrens world e. V.“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern in Notsituationen zu helfen. Sie engagieren sich für Kinderrechte und setzen Zeichen gegen Rassismus und für Integration. John McGurk, 1. Vorsitzender, weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, als Kind in Not zu leben. Deshalb setzt er sich seit Langem dafür ein, Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen.

Möchten auch Sie etwas Gutes für Kinder in Not tun?
Hier geht es zur Spende.

Logo "Sportler 4 a childrens world e.V."

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